DISPOKREDITE - eine teure Kreditart

Die Dispokredite stellen hinsichtlich eines Merkmals eine Besonderheit im Bereich der Finanzierungen dar. Zunächst einmal ist der Dispokredit, auch als Dispositionskredit oder abgekürzt als Dispo bezeichnet, eine zugesagte Kreditlinie, die auf dem Girokonto zur Verfügung gestellt wird, es handelt sich also im Grunde um einen Abrufkredit. Der Kontoinhaber kann selber jederzeit frei entscheiden, ob und wenn ja, in welcher Höhe er diese Kreditlinie in Form des Dispokredites nutzen möchte. Man muss sich also nicht vorab, wie zum Beispiel bei einem Ratenkredit oder bei einem Immobilienkredit, für eine bestimmte Darlehenssumme entscheiden, die man dann auch in Anspruch nehmen muss. Beim Dispokredit hingegen muss man sich nur entscheiden, wie hoch die maximal mögliche Summe sein soll, die man das Girokonto überziehen darf. Grundsätzlich stellt diese Flexibilität für die meisten Kunden natürlich einen Vorteil dar, der aber auf Dauer auch zu einem Nachteil werden kann. Der Nachteil kann darin bestehen, und das ist gleichzeitig auch die zweite Besonderheit des Dispokredites, dass man nämlich die in Anspruch genommenen Beträge in Form der Kontoüberziehung nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt, und schon gar nicht in festen Raten, zurück an die Bank zahlen muss.

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Da der Dispokredit mit einem Zinssatz von 12-14 Prozent sehr teuer ist, stellt diese „Freiheit“ für viele Kunden ein Problem dar, die lieber aufgrund von fehlender Selbstdisziplin dazu „gezwungen“ werden würden, die Schuld nach und nach zu reduzieren. Die Höhe des Dispokredites richtet sich übrigens nach der Bonität des Kunden und diese ist wiederum zum großen Teil davon abhängig, wie hoch das regelmäßige Einkommen ist. Auf Wunsch des Kunden genehmigen die meisten Banken eine Dispositionskredit in der dreifachen Höhe des Nettoeinkommen des Kunden (pro Monat). Falls man den Dispokredit auf Dauer reduzieren möchte, kann man dieses in Form von zwei Alternativen tun. Entweder man nimmt eine Ratenkredit auf und gleicht damit auf einen Schlag die Kontoüberziehung, und damit den in Anspruch genommenen Dispokredit, aus. Alternativ kann man auch einen so genannten Kürzungskredit nutzen. Das ist kein zusätzlicher Kredit, sondern es wird im System der Bank eingegeben, dass der Dispokredit zum Beispiel jeden Monat um 100 Euro gekürzt wird. Auch so kann auf Dauer eine vollständige Rückführung erfolgen.

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